Am 17. Juni 2012 entscheiden die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über eine Revision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG). National- und Ständerat stimmten der Revision am 30. September 2011 zu. Am 19. Januar 2012 reichte eine Gruppe von Ärzteorganisationen und Gewerkschaften das Referendum dagegen ein.
Mit der Revision sollen unübersehbare Mängel der medizinischen Versorgung behoben und die Grundversorgung gestärkt werden. Die ungenügende Koordination in der Patientenbetreuung ist heute Ursache von Qualitäts- und Sicherheitsproblemen und erhöht zudem die Gesundheitskosten unnötig.
Hauptziel der Revision ist die Förderung der Integrierten Versorgung: Ein Arzt, in der Regel der Hausarzt, koordiniert die Betreuung des Patienten und sorgt dafür, dass sich die Fachpersonen untereinander abstimmen.
Managed Care stellt das Wohl des Patienten in den Vordergrund. Durch die Zusammenarbeit in Versorgungsnetzen steigt die Qualität der Versorgung. Die Behandlung wird sicherer, da Doppelspurigkeiten und damit verbundene Fehlbehandlungen vermieden werden. Die Integrierte Versorgung führt zu einer besserer Betreuung, namentlich bei chronisch Kranken. Durch die vernetzte medizinische Versorgung werden unnötige Kosten verhindert, was das Prämienwachstum dämpft.
Managed Care gibt es in der Schweiz seit 20 Jahren. Rund 1,3 Millionen Versicherte haben sich bis heute dafür entschieden, ebenso mehr als die Hälfte aller Hausärzte. Im Prinzip will die Revision eine Anpassung des Gesetzes an die Realität.
Managed Care wird mit einem finanziellen Anreiz gefördert. Für die Versicherten sinkt der Selbstbehalt von 15 auf 10%.